Thema:
Technisch/Wissenschaftlicher Vergleich verfügbarer Methoden zur Bestimmung der biogenen Kohlenstoffdioxidemissionen aus der Abfallverbrennung zur Kostenoptimierung- BiKoAb
Forschungsstelle:
Technische Universität Dresden, Institut für Verfahrenstechnik und Umwelttechnik, Professur für Energieverfahrenstechnik (EVT)
Technische Universität Clausthal, Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum (CUTEC), Abt. Thermische Prozesstechnik –
IGF – Fördernummer: 23703 N
Laufzeit: 01.11.2025 – 30.04.2028
Kurzfassung:
Die am 16. November 2022 in Kraft getretene Novellierung des Bundesemissionshandelsgesetzes (BEHG) führt seit dem 01.01.2024 zur Einbeziehung der Abfallverbrennung in den nationalen Emissionshandel. Die Emissionsberichtserstattungsverordnung 2030 (EBeV 2030) zur Regelung der Erfassung der relevanten CO2-Emissionen schreibt vor, dass Emissionen, die bereits im europäischen Emissionshandel (EU-ETS) erfasst sind und Emissionen aus dem im Abfall enthaltenen Biomasseanteil abzugsfähig sind. Für die Bestimmung dieser abzugsfähigen biogenen CO2-Emissionen stehen den Betreibern von Abfallverbrennungsanlagen mehrere Methoden zur Verfügung, wobei die Auswahl jeweils bis zum 31.10. für ein Jahr im Voraus erfolgen muss.
Die Methoden setzen an der Abfall- oder Rauchgasseite an und ermitteln den biogenen Anteil der Emissionen durch Messung oder Berechnung. Dadurch werden verschiedene Messsysteme oder Software benötigt. Abhängig von den anlagenseitigen Gegebenheiten zeichnen sich einzelne Methoden durch spezifische Vor- und Nachteile sowie Genauigkeiten aus.
Anlagenbetreiber sehen sich vor die Herausforderung gestellt, eine für ihre Anlage geeignete Methode auszuwählen. Mit dieser Fragestellung treten sie an Berater, Messstellen und Labore (meist KMU) heran, denen jedoch ebenfalls kein geeignetes Werkzeug zur Beantwortung zur Verfügung steht, da bisher keine umfassende, systematische und vergleichende Bewertung der Methoden erfolgt ist. Finanzielles Interesse an der korrekten Bestimmung der abgabepflichtigen CO2-Emissionen besteht auch durch Abfalllieferanten und -aufbereiter (häufig KMU), an die die Kosten weitergegeben werden.
Ziel des Forschungsvorhabens ist daraus folgend die Entwicklung einer Entscheidungshilfe zur Auswahl einer anlagenspezifisch geeigneten Methode zur Ermittlung der biogenen CO2-Emissionen.
Die Beantwortung dieser Fragestellung soll mit Hilfe theoretischer Betrachtungen, Laboruntersuchungen sowie Versuchen im Pilot- und großtechnischen Maßstab erfolgen.
